Firmenprofil der Königlich-Sächsische Post- und Telegraphenverwaltung

Dienstleistungsanbieter

Königlich-Sächsische Post- und Telegraphenverwaltung

*1857

Firmendetails

Beschreibung

Die 1853 errichtete Telegraphenstation im Bahnhof Chemnitz wurde von der Könglich-Sächsischen Staatsbahn und der Königlich-Sächsischen Telegraphenverwaltung gemeinsam betrieben. Ab 1854 erfolgte die Freigabe für den gewerblichen und privaten Telegrammverkehr.

Ab 1857 wurde in Sachsen die organisatorische Zusammenarbeit von Post - und Telegrafenwesen vorangetrieben. Die Telegrafenstation im Bahnhof wird zum "Königlich-Sächsischen-Telegraphenbureau" erhoben.

1859 wurde das neue Postamt Chemnitz an der damaligen Chemnitzer Straße/Poststraße erbaut und das Telegrafenbüro vom Bahnhof in das neue Gebäude der Königlich-Sächsischen Post verlegt. Für den Betriebsablauf bedeutete dies, dass ein telegrafisch eingegangenes Telegramm sofort durch Postboten zugestellt werden konnte.

Der ganze in den folgenden Jahren immer mehr erweiterte Postkomplex ist heute nicht mehr erhalten. Einzig die noch erhaltene „Alte Post“ in der Brettgasse ist das letzte Zeugnis dieses gesamten Postareals.

Die Königlich-Sächsische Post- und Telegraphenverwaltung bestand bis 1866.

Autor: Volkmar Schweizer, 2018


Zeitgeschehen

Telegrafie mit Morseapparaten

Die bisherigen Fardely-Zeigertelegrafen werden ersetzt. Der Einsatz von Morseapparaten erhöht die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Nachrichtenübertragung. Durch die weitere Entwicklung der Telegrafenrelais (gepolte Relais) wird die Qualität und Reichweite der Übertragung stetig verbessert. Die Eisenbahntelegrafie  (Betriebstelegrafie) wird organisatorisch vom "Öffentlichen Telegraphenbüro" getrennt. Im Bahnhof wird eine Betriebstelegrafenstelle eingerichtet.

 


Chemnitz an das Europäische Telegrafennetz angeschlossen

Chemnitz war bis 1852 noch ausschließlich über die Postkutschenlinien der Königlich – Sächsischen Post an das „ internationale“ Postnetz angeschlossen.

Weltweit, so auch im Königreich Sachsen, wurden mit der aufkommenden Eisenbahn auch Briefe und Pakete transportiert. Telegrafenlinien entlang der Eisenbahntrassen ermöglichten die Übertragung von Telegrammen/Depeschen auf elektrischem Weg. Die Postkutschenlinien entlang der Eisenbahntrassen wurden als erste eingestellt.

Am 10.01.1853 wurde mit einer telegraphischen Depesche die Telegraphenlinie Chemnitz - Riesa an die Königlich-Sächsische Staatsbahndirektion übergeben. Durch die Mitgliedschaft des Königreiches Sachsen im  Deutsch-Österreichischen-Telegraphen-Verein wurde Chemnitz an das Deutsche Telegrafennetz und somit an das Europäische Telegrafennetz angeschlossen.

Der Telegrafenbetrieb wurde anfangs nur für die Eisenbahntelegrafie und für die Staatstelegrafie genutzt. Zum Einsatz kam der Zeigertelegraf von Fardely.

Weitere Telegraphenlinien folgten: 1853 Chemnitz - Zwickau, 1857 Chemnitz - Freiberg ,  usw.

Autor: Volkmar Schweizer, 2020

Arbeitsgruppen

Telekommunikation