Firmenprofil der VEB Barkas-Werke Karl-Marx-Stadt

Hersteller

VEB Barkas-Werke Karl-Marx-Stadt

*1958

Firmendetails

Beschreibung

Vorgänger: VEB Barkas-Werke Hainichen, VEB Motorenwerk Karl-Marx-Stadt, VEB Fahrzeugwerk Karl-Marx-Stadt

Nachfolger (teilweise): Volkswagen Sachsen GmbH, Motorenfertigung Chemnitz

Die VEB Barkas-Werke Karl-Marx-Stadt wurden am 01.Januar 1958 durch den Zusammenschluss vom VEB Barkas-Werke Hainichen (ehemals Framo), dem VEB Motorenwerk Karl-Marx-Stadt und dem VEB Fahrzeugwerk Karl-Marx-Stadt gebildet.

Haupterzeugnisse waren der Kleintransporter B1000 mit Dreizylinder-Zweitaktmotor (ab 1961), alle Motoren für den Kleinwagen Trabant, Dieseleinspritzpumpen der Baugröße A u. B sowie stationäre Zweitaktmotoren z. B. EL65, SEL100, EL308 und ZW1103. 1964 standen vom B1000 bereits 16 Varianten zur Verfügung u.a. Sanitätskraftwagen, Kleinlöschfahrzeug u. Drehleiterfahrzeug.

1970 entstand das "Barkas-Kombinat" - VEB Barkas-Werke IFA-Kombinat für Kraftfahrzeugteile. Hier wurden 10 wichtige Zulieferbetriebe des Fahrzeugbaus der DDR und das WTZ-Automobilbau als wissenschaftliches Zentrum in einem Kombinat zusammengefasst. Übergeordnet war die VVB Automobilbau (Vereinigung Volkseigener Betriebe Automobilbau). Der VVB Automobilbau waren 1974 drei Kombinate (mit insgesamt 18 Betrieben) und ca. 16 Einzelbetriebe unterstellt z. B. der VEB Automobilwerk Eisenach, der VEB Motorenwerk Cunewalde und der VEB Traktorenwerk Gotha.

Zur Produktpalette des "Barkas-Kombinates" gehörten nun auch Vergaser für Zweitakt- u. Viertaktmotoren, Auspuffanlagen, Wasserkühler, Felgen und Scheibenräder, Lenkgetriebe, Gelenkwellen, Kugellenkkränze für Anhänger, Fahrersitze für LKW, Fahrradsättel, Trockenreibungskupplungen, Hydraulische Bremsanlagen, Teleskopstoßdämpfer, Naben, Tretlager Zahnkränze für Fahrräder, Kolbenringe, Kolbenbolzen und vieles andere mehr.

Mit Auflösung der VVB 1978 und der Bildung des IFA Kombinates PKW war das "Barkas-Kombinat" Geschichte. Vier Produktionsbetriebe des "Barkas-Kombinates" und das WTZ wurden dem IFA Kombinat PKW zugeordnet. Die übrigen Betriebe fanden in anderen Kombinaten des Fahrzeugbaus eine neue Heimat.

Am 01.Juli 1984 wurden die VEB Barkas-Werke Stammbetrieb des IFA Kombinates PKW. Mit dem 30.Juni 1984 erfolgte die Auflösung des WTZ. Die Kapazitäten wurden dem VEB Barkas-Werken zugeschlagen. Auslöser zur Festlegung als Stammbetrieb des Kombinates war ein "Vertrag zur Lieferung und Einrichtung von Maschinen und Anlagen für die Produktion von Viertakt- Otto- und Dieselmotoren" zwischen dem DDR Außenhandelsbetrieb Industrieanlagen Import, dem IFA Kombinat PKW und der VW AG. Dem Vertragsabschluß vorausgegangen war ein Gespräch des VW Vorstandsvorsitzenden Carl Hahn mit dem stellvertretenden Außenhandelsminister der DDR Gerhard Beil. Es war eine Lizensfertigung von 1,3 l Otto- u. Dieselmotoren und eines 1,05 l Ottomotors vereinbart, die auf der VW Baureihe EA111 basierte. Diese Motoren wurden ab 1988 bei Barkas hergestellt und in den Fahrzeugen Wartburg (Automobilwerk Eisenach), Trabant (Automobilwerk Zwickau) und B1000 (Barkas) verbaut.

Es entstanden vier Motortypen: BM860 1,3 l  43kW/58PS für Quereinbau (Wartburg 1.3), BM820 1,05 l  29kW/40PS für Quereinbau (Trabant 1.1), BM880 1,3 l  43kW/58PS für Längseinbau (B1000-1) u. BM840 1,3 l  Rumpfmotor (für Rücklieferung an VW)

Die Umsetzung des Dieselprojektes wurde aus Kostengründen zurückgestellt. Angedacht war die Fertigung eines 1,3 l Dieselmotors für den Trabant.

Nach der Währungsunion im Juni 1990 kam es zur Umfirmierung der VEB Barkas-Werke in die Barkas GmbH mit zwei Werken - dem Motorenwerk Chemnitz und dem Transporterwerk. Das Transporterwerk stellte seine Produktion am 10.April 1991 ein; das letzte Fahrzeug, ein B1000-1, lief an diesem Tag in Hainichen vom Montageband. Das Motorenwerk Chemnitz ging 1992 an die im Dezember 1990 gegründete Volkswagen Sachsen GmbH und fertigt noch heute Motoren für die VW AG.

Autor: B. Adam


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Kraftfahrzeugtechnik