Eisengießerei

Eisengießerei

Die überragende Bedeutung des Eisens als Werkstoff ist nicht nur auf das häufige Vorkommen der Eisenerze zurückzuführen, sondern auch auf die außerordentlich großen Möglichkeiten seine Eigenschaften durch Legierungszusätze und Wärmebehandlung zu verändern.

Eisenwerkstoffe für Gießereien werden in zwei große Gruppen unterschieden, in Gusseisen und in Stahlformguss. Beide Werkstoffgruppen verwenden u.a. Roheisen vom Hochofen, unterscheiden sich aber im Kohlenstoffgehalt. Stahlwerkstoffe haben einen geringeren Kohlenstoffgehalt als Gusseisen.Je nach Stahlsorte kann er von wesentlich kleiner 1% bis um 2% reichen. Der Gehalt bei Gusseisen liegt im Bereich zwischen 2,5% und 4%.

Definiert wird die übliche Grenze zwischen Stahl und Gusseisen mit 2% Kohlenstoffgehalt im Standard DIN EN 10020.

Die Kohlenstoffanteile sind neben anderen Elementen bestimmend für die Werkstoffeigenschaften. Gusseisen findet für Bauteile Anwendung, die weniger den Beanspruchungen auf Zug, Stoß und Schlag ausgesetzt sind. Es ist auch gut für komplizierte Formen mit wechselnden Wanddicken geeignet.

Roheisen, Stahlschrott, Gussschrott und Gießereikreislaufmaterial werden im Kupolofen oder Elektroofen zu Gusseisen umgeschmolzen.

Stahlguss genügt hohen Ansprüchen auf Zug und Biegung. Seine Herstellung ist aufwendiger und teurer. Die Entwicklungen beim Gusseisen konnten die Eigenschaften bezüglich der dynamischen Belastungsfälle inzwischen verbessern, so dass verschiedene Gusseisenqualitäten den Stahlformguss zurückgedrängt haben. Gussteile aus Eisengießereien sind heute praktisch in allen Industriebranchen zu finden, wie z.B. im Maschinenbau, Fahrzeugbau, Bauwesen, Bergbau, in der Haushaltstechnik sowie in der Energietechnik.

 

G. Schaefer