Ringspinnen / Rotorspinnen

Ringspinnen / Rotorspinnen

Die Feinspinnerei erfolgt zu hohen Anteilen als Ringspinnerei und in geringerem Maße als Rotorspinnerei. Das Rotorspinnen wurde erst 1955 neu eingeführt und ist weniger verbreitet als das Ringspinnen.

 

Das Rotorspinnverfahren wird vor allem für kürzere Fasern wie Kurzstapelbaumwolle und Kämmlinge oder Mittelstapelbaumwolle sowie auch für Chemiefasern eingesetzt. Im Hauptanwendungsbereich werden im Vergleich zum Ringsspinnen gröbere Garne von etwa 200 tex bis 30 tex (Kurzstapelbaumwolle), 15 tex (Mittelstapelbaumwolle) und 10 tex (Chemiefasern) hergestellt. Die Produktivität einer Rotorspinnerei liegt mit einer Lieferung von bis zu 350 m/min deutlich über der einer Ringspinnerei. In der Rotorspinnmaschine ist die Automation des Fadenansetzens weit verbreitet.

 

Das Vorspinnen auf dem Flyer entfällt, die Maschine kann direkt mit dem Streckband oder für grobe Garne mit Kardenband beliefert werden.

Das Streckband wird zuerst durch eine mit bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute rotierende Auflösewalze in einzelne Fasern aufgelöst und die Fasern von einem Luftstrom in eine sehr schnell drehende Trommel mit nach innen geneigter Wand – den Spinnrotor – befördert, dessen Drehzahl bis zu 175.000 Umdrehungen pro Minute beträgt. Durch die Beschleunigung der Fasern an der Wand des Rotors und die auf die Fasern wirkende Fliehkraft gelangen die Fasern in die Rotorrille. Dort werden sie gesammelt bis die Garnstärke erreicht ist. Das Garn wird durch eine zentrisch zum Spinnrotor angeordnete Düse abgezogen und damit zu einem Garn verdreht. Das Garn wird direkt auf eine Kreuzspule aufgespult – ein Umspulen entfällt. Etwa 20% der weltweit aus Stapelfasern hergestellten Garne werden auf Rotorspinnmaschinen hergestellt.

 

Autor : Maria Thieme