Tiegelofen

Tiegelofen

Das ist die Kurzbeschreibung.

Viele Eisengießereien begannen Anfang des 19. Jahrhunderts in Chemnitz als Tiegelgießereien.

Zu dieser Zeit waren Tiegelöfen noch sehr einfache Schmelzaggregate und die Gießereien hatten Werkstattcharakter.

Der Tiegelofen ist ein Umschmelzaggregat für Roheisen aus der Eisenhütte und metallischen Zusätzen, wie z.B. Schrott.

Koks oder Holzkohle bildeten zunächst die Energieträger für den Umschmelzvorgang.

Die bei der Verbrennung von Koks oder Holzkohle entstehenden heißen Gase umziehen den Tiegel und bringen so allmählich die metallischen Einsatzstoffe zum Schmelzen. Damit die Tiegel durch einen Arbeiter tragbar blieben, beschränkte sich die Menge der Schmelze auf 20 bis 30kg, bis max.50kg. Schwere Gussteile bedingten das gleichzeitige Schmelzen in vielen Tiegeln und das Sammeln der Schmelze in einer großen Gießpfanne oder gleichzeitiges Gießen aus mehreren Pfannen.

Die Energieausnutzung in diesen einfachen Tiegelöfen war ungenügend. Für 100kg Roheisen

wurden ca. 100kg Koks benötigt.

Die gebräuchlichsten Umschmelzaggregate in Eisengießereien wurden deshalb Schachtöfen, die sogenannten Kupolöfen. In diesen Öfen wurden auf 100kg Roheisen nur ca. 10 bis 15kg Koks oder 25 bis 30kg Holzkohle verbraucht./1/

Tiegelöfen blieben Schmelzaggregat für die Metallgießereien.

Die Tiegelöfen entwickelten sich jedoch weiter und verdrängen heute als Elektroöfen wieder die Kupolöfen. Des Weiteren gibt es Tiegelöfen mit Gas- und Ölfeuerung.

 

G. Schaefer