Bandwebstuhl - C.H. Schäfer Ohorn

Bandwebstuhl

Beschreibung

Ein 1679 vom sächsischen Kurfürsten Georg II. erlassenes Privilegium, das die Herstellung von gewebten Bändern in anderen Landesteilen untersagte, beförderte die Konzentration der Bandweberei im Raum Radeberg, Pulsnitz und Großröhrsdorf, wo sie bis heute beheimatet ist.

Ein spiralförmig aufgewickelter Faden bildet die Webkette. Der Schusseintrag erfolgt wie beim klassischen Weben durch den Schützen. Die Webgeschwindigkeit beträgt maximal 65 Schuss/min. So entsteht in 2-3 Stunden ein fertiges Band von ca. 120 cm Länge.

Die Webkette für Endlosbänder entsteht durch spiralförmiges, straffes Umwinden von vier Metallbolzen. Der Abstand der Metallbolzen und die Anzahl der Fadenwindungen bestimmen Länge bzw. Breite des herzustellenden Bandes. Am Webstuhl wird die geschlossene Kette zwischen zwei Rollen(paare) eingespannt. Der Webschützen besitzt an der Rückseite eine Zahnstange, in die ein Zahnrad eingreift und ihn vorwärts bewegt. Die über den Schützenweg unterschiedlichen Geschwindigkeiten ermöglicht ein Zahnradpaar, das aus einem mittig gelagerten elliptischen und einem kämmenden exzentrischen Rad besteht.

Technologisch bedingt kann das Endlosband nicht durch den Schusseintag geschlossen werden. Das Schließen erfolgt von Hand mit Nadeln. Dabei werden sowohl die beiden losen Fadenenden der Endloskette als auch die noch fehlenden Schussfäden in das Gewebe eingebunden.     

Autor: Maria Thieme     


Hersteller

C.H. Schäfer Ohorn

 

Objektklassen

Webmaschinen