Crompton Mule - Unbekannter Hersteller

Crompton Mule

Beschreibung

Der englische Weber und Farmer Samuel Crompton war unzufrieden mit der Qualität der hand- und maschinengesponnenen Baumwollgarne. Er arbeitete an einer neuen Maschine; die die Vorzüge bisheriger Entwicklungen vereinigte. 1779 war die neue Maschine fertig. Crompton gab ihr den Namen „Mule“ (Maulesel). Sie ermöglichte feinere, universell einsetzbare Garne, die regen Absatz fanden.

Die Maschine wird mittels Handrad angetrieben. Streckwerks-, Spindel- und Wagenausfahrtsantrieb erfolgen mechanisch. Die Bewegung des Aufwindedrahtes und der Wageneinfahrt werden zusätzlich manuell ausgeführt.

Der Maschine wird auf Spulen gewickeltes Vorgarn definierter Feinheit vorgelegt. Ein Streckwerk zieht das Vorgarn von der Spule ab. Das Streckwerk verfügt über drei Walzenpaare, die steigende Umfangsgeschwindigkeit in Durchlaufrichtung aufweisen, wodurch das Verfeinern des Vorgarnes erfolgt. Im beweglichen Wagen sind die Spindeln gelagert, die dem Garn während der Wagenausfahrt die Drehung erteilen. Am Ausfahrtsende werden die Fadenwicklungen auf Spindelspitze und Hülse abgewunden. Gleichzeitig wird per Hand der Aufwindedraht zur Bewicklungsstelle bewegt. Bei der Wageneinfahrt werden die Spindeln so gedreht, dass die fertigen Garnstücke aufgewunden werden.

Die Crompton-Mule des Industriemuseums wurde 1909 der Baumwollspinnerei Clauß Nachfolger, Flöha, als Ehrengeschenk zum 100jährigen Firmenjubiläum als Erinnerung an die ursprüngliche Spinnereitechnologie überreicht. Die Maschine ist nach Restauration 1982 und 1993 wieder voll funktionsfähig.

Autor: Maria Thieme


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