Handkulierwirkstuhl - Carl Wilhelm Klemm, Olbernhau

Handkulierwirkstuhl

Beschreibung

Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts verwendeten die privaten Strumpf- und Handschuhwirker im Erzgebirge und in der Region Chemnitz hölzerne Handkulierstühle dieser Bauart. Sie verfügen über zwei Arbeitsstellen von jeweils 38 cm Breite. Auf der ins Maschinengestell integrierten Bank sitzt der Wirker und betätigt nach festliegender Arbeitsfolge die sich vor ihm befindenden Fußtritte und Handhebel. Auf diese Weise entstehen an einer Arbeitsstelle ca. 120 Maschenreihen in einer Stunde. Das sind 12 cm Gewirke.

Der Kulierstuhl arbeitet je Arbeitsstelle mit einem Faden. Dieser wird vom Fadenführer auf die Nadelschäfte gelegt (Fadenlegen) und von den Kulierplatinen nacheinander zu einer Schleifenreihe ausgeformt (Kulieren). Durch Absenken der gesamten Nadelfontur gelangen die Schleifen in die offenen Nadelspitzen (Vorbringen). Mit einem Handhebel verschließt der Wirker anschließend die Spitzen (Pressen). Beim weiteren Absenken gleiten die sich noch auf dem Nadelschaft befindenden Halbmaschen über die geschlossene Spitzen hinweg (Abschlagen) und binden die in der Nadelspitze eingeschlossenen Schleifen ein. Gleichzeitig werden aus der alten Halbmaschenreihe vollständig ausgebildete neue Maschen.

Autor:  Maria Thieme


Hersteller

Carl Wilhelm Klemm, Olbernhau

 

Objektklassen

Wirkmaschinen