Kupolöfen - Unbekannter Hersteller

Kupolöfen

Beschreibung

Eine besondere Bedeutung hat der Kupolofen für die Gusseisenherstellung in Eisengießereien. Der Kupolofen ist ein Schachtofen. Er wird beschickt mit Roheisen (vom Hochofen), Stahlschrott, Gussbruch, Koks und Kalk. Der Koks liefert die Energie zum Schmelzen der metallischen Einsatzstoffe. Kalk wird zur Beeinflussung der Schlacke benötigt. Der Engländer John Wilkinson erhielt 1794 ein Patent auf die Erfindung seines Kupolofen. In Chemnitz erfolgte die Einführung erst Anfang des 19. Jahrhunderts.

In der Sächsischen Maschinenbau Compagnie wurde 1839 der erste Kupolofen in Chemnitz angeblasen.

Der Kupolofen ist neben den Elektroöfen auch im 21 Jahrhundert. noch ein wichtiges Schmelzaggregat. Eine Kupolofenanlage kann beträchtliche Dimensionen annehmen und ist sehr komplex. Sie genügt heute allen Anforderungen an die Schmelzleistung, die Gusseisenqualitäten, die Energieausnutzung und an den Umweltschutz. Das Bild zeigt den Schnitt durch eine prinzipielle Ofendarstellung.

Prinzipiell wird in Kaltwind- und Heißwindkupolöfen unterschieden. Der in den Ofen eingeblasene Wind liefert den erforderlichen Sauerstoff für die Koksverbrennung. Kommt dieser Wind vorgewärmt, z.B. durch die heißen Gichtgase, zum Einsatz, erhält der Ofen die Bezeichnung Heißwindkupofen.

Ein üblicher Kupolofen liefert die Schmelze einer Tagesproduktion. Danach muss die Feuerfestauskleidung repariert werden. Eisengießereien verfügen deshalb oft über zwei oder drei Kupolöfen, um am Folgetag schmelzen zu können. Moderne Langzeitkupolöfen sind in der Lage, über Wochen Schmelze z.B. für automatische Formanlagen zu liefern.

Die in der Literatur oftmals vorkommende Bezeichnung Krigarkupolofen leitet sich von dem hannoverischen Gießereifachmann Heinrich Krigar ab. In den 1870er Jahren führte er die Trennung von Schmelzraum und Sammelraum, dem Vorherd, ein. Im Vorherd erreichte er eine innige Mischung des abgeschmolzenen Eisens und damit eine gleichmäßige Qualität. Zugleich stand aus dem Vorherd flüssiges Eisen für große Gussteile zur Verfügung.1

Der Begriff Krigarkupolofen ist heute weniger bekannt. Kupolöfen mit Vorherd sind dagegen üblich.

Quelle:

1 Beiträge zur Geschichte der Techik und Industrie, Jahrbuch des VDI zweiter Band, 1910; Verlag von J. Springer, Berlin 1910


Autor: G. Schaefer


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