Handspinnrad - Industriemuseum Chemnitz

Handspinnrad

Beschreibung

Die ersten Hinweise auf die Anwendung des Handspinnrades in Europa datieren aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Über ein Handrad wird mittels Schnurantrieb die horizontal gelagerte Spindel in Drehung versetzt. Das große Übersetzungsverhältnis zwischen Antriebsrad und Spindelwirtel ermöglicht eine hohe und gleichmäßige Spindeldrehzahl. Die Fadenbildung selbst erfolgt in gleicher Weise wie bei der Handspindel.

Das Spinnen mit dem Handspinnrad ist ein abgesetzter diskontinuierlicher Spinnprozess, d.h. Garnbildung und Garnaufwicklung auf die Spule erfolgen in getrennten Arbeitsschritten. Zunächst setzt die Spinnerin das Antriebsrad und damit die Spindel in der rechten Hand in Drehbewegung. Gleichzeitig zieht sie mit der linken Hand eine dosierte Fasermenge aus dem Spinnrocken und leitet sie der Spindelspitze zu. Unter ständigem Drehen des Antriebsrades entfernt sie die linke Hand von der Spindelspitze, wobei sie eine möglichst konstante Fasermenge zuführt – der Faden wird gebildet. Ist ein Fadenstück (etwa eine Armlänge) fertig gesponnen, wird der Spinnvorgang unterbrochen und der Faden mit langsamer Spindeldrehung auf die Spule aufgewunden.

Das Handspinnrad löst durch die höhere Produktivität die Handspindel ab. Eingesetzt wird es in kleinen Handwerksbetrieben und der Heimarbeit.

Autor: Maria Thieme


Hersteller

Industriemuseum Chemnitz

 

Produktklassen der Industriemuseum Chemnitz

Spinnerei Spinnereivorbereitung Spinnmaschinen Weberei