PCM - Übertragungstechnik - Deutsche Post (DDR)

PCM - Übertragungstechnik

Beschreibung

Die PCM-Technik (Puls-Code-Modulation) beruht auf dem Zeitmultiplexverfahren. Die theoretischen Grundlagen dafür wurden bereits in den 1930er Jahren erarbeitet. Federführend waren hier u.a. die Bell Laboratories in den USA. Die Entwicklung der PCM-Technologie gehörte zu den wichtigsten Schritten auf dem Weg zur Digitalisierung in der Telekommunikation.

Dem einzelnen Fernsprechkanal (menschl. Sprache) wird mit einer fest definierten Abtastfrequenz (8KHz) ein kurzzeitiger Amplitudenwert entnommen. Dieser wird entsprechend seinem Wert (Quantisierung) in ein digitales Signal (Binärcode) umgewandelt. Innerhalb einer Abtastperiode  werden nacheinander alle anderen Fernsprechkanäle in dergleichen Art zyklisch abgetastet. In einer Abtastperiode steht jedem Einzelkanal sozusagen ein Zeitschlitz zur Verfügung. Die einzelnen Abtastwerten werden zu einem seriellen binären Signal zusammengefügt, das „zeitgeteilt“ die Informationen (Sprachinformationen) aller Eingangskanäle enthält  Dieses Digitalsignal wird dann über die Fernleitung übertragen. Am anderen Ende der Fernleitung wird der Vorgang "umgekehrt". Die zeitlich getrennten Digitalinformationen der einzelnen Fernsprechkanäle werden wieder auseinandergefiltert und die entstandenen Informationsverluste, die durch das „nur Kurzzeitabtasten“ entstehen, werden künstlich hochgerechnet. D.h. die „Zeitlöcher“ werden aufgefüllt und als analoge Sprachsignale wieder ausgegeben.

Ein Einzelkanal hat eine digitale Übertragungsfrequenz von 64 kbit/sec und stellt somit ein Grundelement der Digitalen Hirarchie in der Übertragungstechnik dar. Eine PCM-Grundleitung konnte auf diese Art gleichzeitig 30 Fernsprechkanäle (oder auch Datenkanäle) über eine Vierdraht-Kupferleitung übertragen. Durch weiteres "multiplexen" entstehen höhere Übertragungsraten von 120, 480 und mehr Kanälen.

1968 wurde DDR-weit erstmals der Pilotbetrieb einer PCM 30-Übertragungsstrecke zwischen Karl-Marx-Stadt und Limbach-Oberfrohna getestet.

1973 wurde erstmals DDR-weit eine PCM 30-Übertragungsstrecke zwischen Zwickau und Werdau in den Wirkbetrieb der Post übernommen. Eingesetzt wurde das System PCM 30/32, Hersteller: R-F-T VEB Nachrichtenelektronik Greifswald ( s.Abb.)

Autor: Volkmar Schweizer, 2016



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