Telex-Vermittlungsstelle / Fernschreib-Vermittlungsstelle - Deutsche Reichspost

Telex-Vermittlungsstelle / Fernschreib-Vermittlungsstelle

Beschreibung

1930 beginnt die Reichspost, zunächst als Versuchsbetrieb, mit dem Aufbau eines öffentlichen Fernschreiber-Vermittlungsnetzes. Die Fernschreiber wurden noch durch Handvermittlung verbunden.

Ab 1933 begann in Deutschland schrittweise der Aufbau des Telex-Netzes. Telex (für Teleprinter Exchange) war ein öffentliches Vermittlungsnetz für das Herstellen von Fernschreibverbindungen (vergleichbar mit dem öffentlichen Wähl-Telefonnetz). Diese Fernschreib-Vermittlungsstellen funktionierten im Grundprinzip wie eine Telefonvermittlungsstelle, d.h. mit Hebdrehwählern. Die Fernschreibteilnehmer (Firmen, Behörden u.a.) bauten die gewünschte Verbindung mittels Wählscheibe auf, die sich auf einem Zusatzgerät (Fernschaltgerät) am Fernschreibers befand. In Deutschland wurde das Telex-Netz, beginnend in Hamburg und Berlin aufgebaut und löste so die bestehenden Fernschreiber-Handvermittlungen Zug um Zug ab.

1943 wurde im Fernsprechamt Chemnitz, Obere Aktienstraße eine Telex-Vermittlungsstelle aufgebaut, die mittels Selbst-Wahl die Verbindungen zwischen angeschlossenen Telexteilnehmern (innerhalb Deutschlands) ermöglichte. Zum Einsatz kam das System  TW 39 (TW = Teilnehmerwahl).

1946 erfolgte die Demontage der Vermittlungsstelle als Reparationsleistung für die Sowjetunion. Ab diesen Zeitpunkt wurde wieder „handvermittelt“.

1956 wurde am Standort Obere Aktienstraße (jetzt Minna-Simonstr) wieder eine Telex-Vermittlungsstelle System TW 55 in Betrieb genommen.

Ende des 20.Jhdt. verlor die Fernschreibübertragung an Bedeutung und wurde eingestellt. Die neuen Medien: Fax, E-mail, SMS, die mobilen Datendienste usw. traten an seine Stelle. 

Autor: Volkmar Schweizer, 2017


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